Trinknahrung

Als Trinknahrung (Synonyme: Astronautenkost, Astronautennahrung) bezeichnet man eine leicht resorbierbare Kost, die alle für den Organismus wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien enthält. Sie ist abgestimmt auf den täglichen Bedarf und kann reguläre Mahlzeiten teilweise oder vollständig ersetzen.

Trinknahrung ist meist ballaststofffrei, um eine möglichst geringe Stuhlgangsfrequenz zu erreichen. Alle Inhaltsstoffe werden bereits in oberen Darmabschnitten aufgenommen. Dadurch werden die unteren Regionen des Darmes geschont.

Dagegen sind bei der Neigung zu Durchfällen ballaststoffhaltige Trinknahrungen empfehlenswert, da die Ballaststoffe Flüssigkeit binden können.

Anwendungsgebiete Trinknahrung

  • Trinknahrung wird z.B. bei entzündlichen Darmerkrankungen oder nach Darm-OPs eingesetzt, um eine leicht verdauliche Ernährung zu gewährleisten.
  • Des weiteren wird sie angewendet bei Patienten, für die eine normale Ernährung nicht möglich oder nur eingeschränkt möglich ist. Da Trinknahrung, wie der Name schon sagt, flüssig ist, sind z.B. Schluckbeschwerden, Lähmung des Schluckmuskels oder Operationen im Kiefer-Bereich eine häufige Indikation.
  • Trinknahrung kann auch als Aufbaukost bei Mangel- oder Unterernährung angewendet werden, z.B. bei älteren oder geschwächten Patienten. Es wird insbesondere bei Krebspatienten eingesetzt, da diese oft unter Appetitlosigkeit oder Unterernährung leiden (Tumorkachexie).
  • Bei Patienten in der Rekonvaleszenz oder mit chronischen Wunden verbessert die zusätzliche Gabe von Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen die Heilung.
  • Für bestimmte Krankheiten gibt es Trinknahrungen mit speziell darauf abgestimmter Zusammensetzung. Dazu zählen Dekubitus, Diabetes, Leberinsuffizienz, Lungenerkrankungen, Laktoseintoleranz, Morbus Crohn, Mukoviszidose und Niereninsuffizienz.
  • Die Palette der Trinknahrungen ist in den letzten Jahren immer breiter geworden. So gibt es inzwischen Trinknahrungen in Form von Getränken, Suppen oder Joghurts. Außerdem gibt es Kekse und Pulver zum Einrühren in Speisen oder Getränke.

Der erste Hersteller von Trinknahrung in Deutschland war die Pfrimmer Nutricia GmbH. Sie hatte in den 60er Jahren im Auftrag der NASA diese Ernährungsform entwickelt, die den Astronauten bei ihren Flügen ins Weltall mitgegeben wurde, daher auch die Bezeichnung "Astronautenkost".

Trinknahrung, Tipps zur Anwendung

  • Trinknahrung, die zur ergänzenden Ernährung bestimmt sind, sollten nicht zu den regulären Essenszeiten angeboten werden, sondern zwischen den Mahlzeiten. So ist die Akzeptanz und der Appetit höher.
  • Vor der Anwendung gut schütteln, da sich bei den konzentrierten Lösungen etwas am Boden absetzen kann.
  • Wegen des hohen Kaloriengehalts sollte Trinknahrung langsam, in kleinen Schlucken getrunken werden.
  • Süße Trinknahrungen am besten gekühlt, würzige Sorten am besten erwärmt anbieten.
  • Bei Raumtemperatur lagern; nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahren und bald aufbrauchen.

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