Zubereitung eines TCM-Tees

Das Kochen eines Tees (Dekokt) nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist eine Kunst für sich. Die Art und Weise der Zubereitung hat einen großen Einfluss auf den therapeutischen Erfolg. Nachfolgend werden die wichtigsten Regeln beschrieben.

Der richtige Kochtopf

Für die Zubereitung am besten geeignet ist ein Kochtopf aus Ton, Porzellan, Emaille oder Aluminium. Wenig geeignet sind Töpfe aus Eisen oder Stahl, da der Tee-Extrakt unerwünschte chemische Reaktionen mit dem Metall eingehen könnte.

Teemenge

In der Regel wird die Teemenge für 8 Tage verordnet bzw. im voraus hergestellt.

Die richtige Wassermenge

Die optimale Wassermenge für die Zubereitung liegt bei ca. dem 5- bis 10-fachen des Gewichts der Teemenge. Beispielsweise bei 50g Teemischung wären das 250 bis 500ml Wasser. Auf jeden Fall sollte das Wasser die Pflanzenteile gut bedecken (2-3 cm).

Tee einweichen

Bevor der TCM-Tee gekocht wird, sollte die Teemischung ca. 30 bis 60 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht werden. Dadurch wird die Zellstruktur gelockert, und die Inhaltsstoffe können beim Kochen besser in den Dekokt übergehen.

Kochen und Kochzeit

Man kocht den Tee im Einweichwasser. Die Kochzeit hängt von der Beschaffenheit der TCM-Droge ab.

  • Holzige Pflanzenteile, z.B. Wurzel oder Rinde, werden zunächst bei starker Hitze zum Kochen gebracht und dann bei milder Hitze noch ca. 20-30 min geköchelt.
  • Harte und mineralische Stoffe werden ca. 30 min länger gekocht.
  • Dünne und aromatische Stoffe, z.B. Blätter und Blüten, werden nur 3-5 min gekocht.
  • Pflanzenteile mit ätherischen Ölen nicht kochen, sondern nur ziehen lassen.

Die Kochzeit wird ab dem Erreichen des Siedepunktes gemessen. Der Tee soll zunächst mit starker Hitze schnell zum Kochen gebracht werden und dann mit geringerer Hitze bei geschlossenem Deckel weiterköcheln. Der Tee soll immer gut mit Wasser bedeckt sein, ggf. Wasser nachgeben. Nicht anbrennen lassen oder zu Brei kochen!

Sind länger kochende und kürzer kochende Bestandteile in einem TCM-Tee gemischt, wird die Zubereitung mit den länger kochenden begonnen, und die kürzer kochenden Bestandteile werden gegen Ende des Kochvorgangs hinzugegeben.

Sonderbehandlungen

Manche TCM-Drogen benötigen eine Sonderbehandlung, z.B.

  • umhüllt in Gaze oder Teebeutel kochen
  • vor dem Kochen erst zerstoßen/zerkleinern
  • separat kochen, filtrieren, und den restlichen Tee im Filtrat kochen

Alle Kochzeiten und evtl. Sonderbehandlungen sind in unserer TCM-Übersicht bei den jeweiligen Teedrogen vermerkt.

Weiterverarbeitung

Nach Ende der Kochzeit gießt man durch ein feines Sieb in einen Krug ab.

Den im Sieb befindlichen ausgekochten Tee gibt man zurück in den Topf, übergießt ihn mit kaltem Wasser (gleiche Wassermenge wie beim ersten Mal) und kocht ihn 20-30 Minuten lang ein zweites Mal aus. Den zweiten Sud gießt man durch das Sieb zum ersten dazu.

Die heiße Flüssigkeit im Krug dekantiert man nun (bei einer Teemenge für 8 Tage) in zwei Flaschen. Den Bodensatz kann man verwerfen.

Jede Flasche enthält nun ein Konzentrat für 4 Tage, das im Kühlschrank aufbewahrt wird.

Einnahme

Normalerweise wird der Dekokt lauwarm eingenommen. Schweißtreibende Teemischungen sollten heiß getrunken werden. Empfohlen wird die Einnahme zwischen den Mahlzeiten, ungefähr zwei Stunden nach dem Essen.

Man schüttelt die Vorratsflasche, entnimmt die entsprechende Menge Konzentrat für einen Tag (also 1/4 davon) und verdünnt es mit frisch abgekochtem Wasser. Der Tee wird in 2-3 Portionen über den Tag verteilt getrunken.

Die Portionen werden entweder kühl aufbewahrt und auf dem Herd (nicht in der Mikrowelle!) aufgewärmt, oder in einer Thermoskanne warm gehalten.